0923-0926 Pirin und Rila-Gebirge
Irgendwie habe ich mich nach 3 Tagen mehr oder weniger nix tun dann doch aufgerafft den super Zeltplatz am Batak-See zu verlassen und bin nun wieder kurz vor der griechischen Grenze in Marchevo. Hab mich hier gestern mit Charlie aus Varna und dem Bad Company MC aus Veliko Tornovo getroffen. War ein sehr netter Abend mit wieder einer anderen Sorte Rakia ;-)
Die Anfahrt hierher war wieder ... na eigentlich auch wie immer... Wegen einer Strassensperrung hab ich einen Shortcut über das weltbekannte Sarnitza gewählt. Die ersten Kilometer am Dospat-See waren auch wunderbar zu fahren. Und dann ging es in die Berge. Um es mal so zu sagen - die "Strasse" ist für Nicht Gelände gängige Kfz nur bedingt geeignet ;-) Hab für 30km rund 3 1/2 Stunden gebraucht. Und Nein - ich habe nicht geschraubt, hab mich zur Abwechslung mal nicht festgefahren und hab auch nicht gebummelt...
Von Marchevo gings dann weiter nach Melnik (nein nicht das in CZ), das inmitten der sogenannten Sandstein-Pyramiden liegt. Auf der Fahrt dahin hab ich einen nagelneuen Pass erlebt, der neben der topfebenen Fahrbahn mit spektakulären Aussichten punkten konnte. Bin dann aber (wer hätte das gedacht) wieder auf eine Nebenstrecke ausgewichen und hab die Ortschaft Pirin besucht. Spätestens hier merkt der aufmerksame Leser, dass ich da noch gar nicht im Rila, sondern noch im Pirin war ;-) In Pirin siehts traurig aus - leider - der Ort selbst ist wunderschön gelegen und eigentlich sehr lieblich. Heute verfallene Häuser überall... Und dennoch winkten auch dort die Leute freundlich und versuchten mich ins Cafe zu "zerren". Die "Strasse" in den nächsten Ort durch die Berge würde hierzulande wiederum als Offroad-Strecke mittlerer Ordnung durchgehen. Schlängelt sich durch die Berge durch die grandiose Landschaft, dass es eine Freude ist. Und auf die paar Aufsetzer und die Schrammen an Schutzbügel und Auspuff kommts nun wirklich nicht mehr an ;-)
In Rila gabs dann wiedermal ein Beispiel, wie freundlich die Leute hier sind. Milena liess glatt ihren Eimer und das halbferig gewaschene Auto stehen und hat mich zum Bankomat geführt. Ihre Mama hat derweil die Dnepr bewacht. Und so etwas passiert ständig. Immer hilfsbereite und freundliche Leute. Schliesse die Dnepr auch kaum noch an. Findet sich meist jemand, der darauf aufpasst.
Das Rila-Kloster habe ich heute morgen noch fast ohne Besucher erlebt. Ist mit Abstand das größte und beeindruckendste Kloster was ich bisher gesehen habe. Prächtig bemalt, imposanter Bau und das ganze eingebettet in die umliegenden 2500er.
Quasi gleich nebenan finden sich die Stobski-Pyramiden. Der Aufstieg dahin ist recht steil und bei 25° wars mir in der Lederhose auch recht warm geworden. Der Legende nach sind diese Pyramiden ein versteinerter Hochzeitszug. Angebliche wissenschaftliche Erklärungen gehen dagegen von Erosion als Ursache für die Entstehung aus. Na wer das glaubt...
Und wieder nebenan hab ich dann noch einen Zufallstreffer gelandet. Direkt an de Straße ein privates Museum des Autombilclubs Retro. Ural, DKW, ISH, SIMSON, MZ, Balkan, Wartburg, BMW-Isetta, Citroen DS, Adenauer-Benz uvm. Dazu allerlei Gerätschaften aus der Gegend. Klasse gemacht und nur mit freiwilliger Spendenbox als Eintritt. Den ich natürlich gern gegeben habe.
Jetzt bin ich auf der anderen Seite des Rila-Gebirges. Wieder ein wunderschöner kleiner Pass führt hierher bis auf 1500m und ich hab mir kurzentschlossen Wandern verordnet. Habe mir dazu den Aufenthalt im Hotel http://hotelenergoremont.com gegönnt. Bin der einzige Gast - ist überall total leer in der Nachsaison - Zimmer mit Frühstück und Panorama-Aussicht für 15€, WiFi, Schwimmbad und Sauna sind natürlich dabei. Zelten ist sowieso wieder nicht wegen der lieben kleinen Teddys hier im Wald...
Achso ... Wetter. Spätsommer, Frühherbst bei tagsüber 25° und Sonnenschein. Nachts wirds schon eher frisch. Und es gibt noch ein sicheres Zeichen für den Herbst. Am Strassenrand gibts kaum noch Melonen zu kaufen. Dafür Äpfel und Birnen...
Wandern im Rila... Da kann man sich locker ein paar Wochen damit befassen. Ich hab mir die 7 Rila-Seen erlaufen. Sind 7 mehr oder weniger nebeneinander liegende Seen auf 2100...2200m Höhe, die alle von einem kleinen Fluss gespeist werden. Unglaublich schöne Gegend, die ich auch wieder bei Sonnenschein erleben konnte. Dank meiner unglaublichen Cleverness bin ich auch die 600 Höhenmeter da aufgekraxelt... und dann am Ende des Tages mit dem Lift runtergefahren. Andersrum kann ja jeder...